Salzburger Nachrichten - 27. August 1990
- Karl Harb
Junge Musiker zeigen durchwegs erstaunlich
reife Leistungen
Die Preisträger der Sommerakademie in einem Festspiel-Kammerkonzert im Mozarteum
"... Entgegen herkömmlicher Konzert-Dramaturgie setzte die Programmfolge die Höhepunkt an den Anfang resp. in die erste Hälfte. Den Beginn machte der 20jährige schwedische Pianist Daniel Propper mit einer erstaunlich reifen, stets mit stringenter Klarheit die Übersicht bewahrenden Wiedergabe der Goldberg-Variationen, BWV 988, von Bach. Exzellent in der Fingerfertigkeit, souverän in der technischen Bewähltigung der Fülle des "Stoffes", aber entscheidender noch: in der geistigen Durchdringung dieser klein-und feingliedrigen "Kunst"-Stücke, zeigte sich hier ein unverzärtelter, ungemein heller und hellsichtiger Interpret, der wohl nicht ganz zufällig (auch) Meisterschüler von Andras Schiff gewesen ist. Propper schaffte eine wunderbare Balance zwischen luzider Geistigkeit und quasi-dramatischer Intensität, die dem Variationen-Zyklus mit nie nachlassender Präzision und Prägnanz sorgsam eigenständiges Profil verlieh..."
Hannoversche allgemeine Zeitung - September 1990 -
Sabine Mühlberg
Elegant über die Klippen
Abschlusskonzert der Internationalen Musikakademie für Solisten in Bückeburg
"... Es gab einen Gipfelstürmer beim diesjährigen Abschlusskonzert der Internationalen Musikakademie für Solisten: Daniel Propper, Klaviertalent aus Schweden und in Bückeburg Teilnehmer der Meisterklasse Karl-Heinz Kämmerling. Mit eleganter Leichtigkeit nahm er sämtliche Klippen der "Goldberg"-Variationen von J. S. Bach und strukturierte ebenso klar wie technich brillant die Steigerungen und Höhepunkte dieser fast vierzigminütliche Virtuosentour. Da hatte schon vom ersten Takt an die Aria im ruhigen Dreiertakt einen Hauch Swing, bekam der stufenweise abwärtsschreitende Bass samtiges Volumen und wirkte so um so mehr als Fundament für die prickelnd emporsteigenden Läufe und Arabesken.
Doch auch kantige, scharf umrissene Tongebung liegt Daniel Propper: Expressiv liess er im ersten Kanon, all'unisono, die erste Stimme wie eine Oboe hervortreten, um die zweite weich und verhalten im Flötentimbre dagegenzusetzen, und gestaltete dann mit vehementer Kraft die sich anschliesssende vierte Variation, ein rustikalisches Tanzstück.
Ob es nun Charakterstücke waren wie lyrisches Andante und pathetisches Adagio, Fughetta oder das Siciliano der siebten Variation, in der die Punktierungen graziös auskostet wurden, oder aber etüdenhafte Sätze und virtuose Spielformen: Dieser hochtalentierte und inspirierte junge pianist hielt während der ganzen Spieldauer sein Publikum im Bückeburger Rathaussaal in Spannung, blieb bis zu den letzten Variationen mit ihren Doppel-und Akkordtrillern präsent und bot eine virtuose und überzeugende Schluss-steigerung. Kein Wunder, dass Daniel Propper, der Zuvor in Salzburg aus dem Vorprogramm der Festspiele debütierte, ins Festspielprogramm aufgestiegen war."
Schaumburger Nachrichten - 19. September 1990
Junger Schwede bot eine Weltklasseleistung
"... Schliesslich Daniel Propper: Die von ihm vorgetragenen Goldberg-Variationen von Bach waren für die Besucher mehr als nur der Abschied von der "Kultur auf dem Lande". Der Junge Schwede bot eine absolute Weltklasseleistung..."